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Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) – Whistleblower-Pflichten In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) setzt die EU-Whistleblower-Richtlinie 2019/1937 um. Unternehmen mit ≥ 50 Beschäftigten und alle Behörden müssen interne Meldestellen einrichten, die vertrauliche Hinweise auf Verstöße gegen EU- und nationales Recht entgegennehmen (§ 12 HinSchG); anonym eingehende Meldungen sollten bearbeitet werden, eine Pflicht zu anonymen Meldekanälen besteht aber nicht (§ 16 Abs. 1 HinSchG). Hinweisgeber haben umfassenden Schutz vor Repressalien wie Kündigung, Mobbing oder Abmahnung (§§ 33 ff. HinSchG). Wer keine interne Meldestelle einrichtet, riskiert ein Bußgeld bis 20.000 €; für Repressalien oder die Behinderung von Meldungen drohen bis 50.000 € (§ 40 HinSchG). Seit 17. Dezember 2023 gilt das Gesetz auch für Unternehmen mit 50–249 Beschäftigten.

Kernfakten

PunktWert
RechtsgrundlageHinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) [gesetze-im-internet.de, HinSchG]
EU-GrundlageRichtlinie (EU) 2019/1937 [eur-lex.europa.eu, CELEX:32019L1937]
Inkrafttreten2. Juli 2023
Volle Geltung KMU17. Dezember 2023
Schwellwert Einrichtungspflicht≥ 50 Beschäftigte [§ 12 Abs. 1 HinSchG]
AusnahmeUnternehmen < 50 Beschäftigte (ohne sektorale Sonderregeln)
Sektorale SonderpflichtBanken, Versicherungen, Wertpapierdienstleister unabhängig von Größe [§ 12 Abs. 3 HinSchG]
Interne MeldestellePflicht zur Einrichtung [§ 12 HinSchG]
Externe Meldestellebeim Bundesamt für Justiz (BfJ) [§ 19 HinSchG]
Anonyme Meldungensollten bearbeitet werden; keine Pflicht, Meldekanäle für anonyme Abgabe auszugestalten [§ 16 Abs. 1 Satz 4, 5 HinSchG]
Bestätigung Eingangbinnen 7 Tagen [§ 17 Abs. 1 HinSchG]
Rückmeldung an Hinweisgeberbinnen 3 Monaten [§ 17 Abs. 2 HinSchG]
VertraulichkeitIdentität nur Meldestelle-Beauftragten bekannt [§ 8 HinSchG]
RepressalienverbotKündigung, Abmahnung, Mobbing, Mobilitätsverweigerung [§ 36 HinSchG]
BeweislastumkehrArbeitgeber muss nicht-Repressalie beweisen [§ 36 Abs. 2 HinSchG]
Schadensersatzanspruchbei rechtswidrigem Repressalie [§ 37 HinSchG]
Erfasste VerstößeEU-Recht (Geldwäsche, Datenschutz, Verbraucherschutz, etc.) + nationale Strafbarkeit/OWi [§ 2 HinSchG]
Geschäftsgeheimnis-VerletzungAusnahme: Meldung gilt nicht als Verletzung [§ 6 HinSchG]
Bußgeld fehlende Meldestellebis 20.000 € [§ 40 Abs. 2 Nr. 2 i. V. m. Abs. 6 HinSchG]
Bußgeld Repressaliebis 50.000 € [§ 40 Abs. 2 Nr. 3 i. V. m. Abs. 6 HinSchG]
Bußgeld Behinderung Meldungbis 50.000 € [§ 40 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Abs. 6 HinSchG]
Konzernlösunggemeinsame Meldestelle für mehrere Tochtergesellschaften zulässig [§ 14 HinSchG]
Dokumentationspflicht3 Jahre Aufbewahrung [§ 11 HinSchG]
DSGVO-KonformitätMeldestelle = Verantwortlicher i.S.d. DSGVO [§ 11 Abs. 2 HinSchG]

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
2023-07-02
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0